Reisetipp: Frühling in Meran
31.03.2026
Mit jedem wärmer werdenden Tag schlagen auch die Triebe des kulturellen Lebens in Meran neu aus. Zeigen sich künstlerisch und zeitgenössisch, wie bei den Ausstellungen von Kunst Meran, oder blicken zurück auf die Errungenschaften vergangener Zeiten, wie im Palais Mamming Museum. Kultplätze der alternativen Szene wechseln in den Sommermodus und zelebrieren jungen Alltag an historischen Orten.
Von 23. bis 26. April steht Kultiviertes auf dem Programm des Meraner Frühlings. Beim Merano Flower Festival auf der Kurpromenade zeigen Aussteller aus ganz Europa ihre Schätze, die nur selten zu finden sind: Raritäten aus dem Pflanzenreich; Blumen, Sträucher, Schattengewächse, Kakteen, aber auch Kunsthandwerk aus den Materialien der Natur. Die Früchte des kulturellen Lebens zeigen sich in der das Festival begleitenden Livemusik, in einem gastronomischen Angebot in Zusammenarbeit mit Slow Food Südtirol Alto Adige und der Qualitätsmarke Roter Hahn, in kreativen Werkstätten für Kinder und Erwachsene, in Vorträgen von Experten aus der Welt der Botanik, flankiert von Führungen in die urbane Natur der Stadt.
Entdeckungstour auf der Museumsmeile
Noch bis 24. Mai 2026 zeigt das Kunsthaus Merano mit Cómplice die erste Retrospektive des kubanischen Künstlers René Francisco – eine Erkundung der Wechselwirkungen zwischen Kunst, Gesellschaft und Pädagogik. Die Schau rundet das kuratorische Programm The Invention of Europe. A Tricontinental Narrative ab, das die Beziehungen zwischen Europa und Mittel- und Südamerika beleuchtet.
Vom 7. Juni bis 11. Oktober folgt das dritte Jahr des Programms und ist mit der Ausstellung Animacies den Verflechtungen zwischen Europa und Asien gewidmet: Asiatische Werke aus italienischen Museen treten in Dialog mit zeitgenössischen Positionen in Europa lebender Künstlerinnen und Künstler asiatischer Herkunft.
Das Pflaster lebt, die Straße bebt
Die 20. Auflage des mittlerweile legendären und immer wieder überraschenden Straßenkunstfestivals findet vom 12. bis 14. Juni im Zentrum Merans statt. Dieses ganz besondere Jubiläum wird mit einem einzigartigen und sorgfältig kuratierten Programm gefeiert. Für diesen Anlass reisen die künstlerischen Leiterinnen und Leiter derzeit durch Europa, besuchen verschiedene Festivals, sehen sich die Shows live an, treffen Compagnien und sammeln Eindrücke, um ein unvergessliches Programm nach Meran zu bringen. Poesie und Lebenslust, Leidenschaft und Können, Witz und Ironie kommen direkt zu den Menschen.
Frauenmuseum museia
Nach einer kurzen Pause öffnete am 28. Februar 2026 das Frauenmuseum museia, das einzige Frauenmuseum Italiens. Das Frauenmuseum ist von Frauen gestaltet worden um weibliches Wissen, Erfahrungen und Selbstdarstellungen sichtbar zu machen. 1988 wurde es als „Kleines Museum für Kleid und Tand“ gegründet. Das Museum bietet heute neben der Dauerausstellung (auch mit Führung zu besichtigen) wechselnde Sonderausstellungen. Bis 30. November 2026 ist „Meine Oma, meine Mutter und ich“ zu sehen – eine Ausstellung, die sich mit sexualisierter Gewalt in Südtirol beschäftigt. Im Frauenmuseum museia wurde 2008 das Netzwerk der weltweiten Frauenmuseen gegründet, das 2012 offiziell in Australien zur International Association of Women’s Museums (IAWM) verwandelt wurde, dem heute 60 Mitgliedsmuseen aus aller Welt angehören. Ende August 2025 war das Frauenmuseum museia Gastgeberin des 7. Kongresses des IAWM.
Das Palais Mamming Museum: die Stadt Meran im Blick
Die Totenmaske Napoleons? Eine ägyptische Mumie? Eine sudanesische Waffensammlung des Abenteurers Rudolf Carl Freiherr von Slatin? Das Palais Mamming Museum bietet ab 31. März in seinen barocken Hallen vor allem einen Überblick über die Entwicklung der Kurstadt Meran. Beginnend mit der Ur- und Frühgeschichte streift das Museum die Lebensbereiche und Entwicklungen der Stadt bis ins Heute. Es liegt im ältesten, vielleicht auch kultigsten Viertel Merans, dem Steinachviertel, benannt nach der Steinach, ein Bächlein, das durch das Viertel floss und mit großen Steinquadern, „Ritschen genannt“, bedeckt wurde und die im neuen Jahrtausend noch sichtbar sind. Wechselnde Ausstellungen bringen Kunst und Kultur aus verschiedenen Epochen, meist mit Bezug zu Meran, in die Hallen.

