UCI Mountain Bike World Series Saalfelden Leogang: Spektakulärer Auftakt

13.06.2026

Vali Höll: "Bei der Show dabei"

MTB WC26 Leogang (c) Stefan Voitl
Mountainbike Weltcup in SalzburgerLand

Der erste Renntag bei der WHOOP UCI Mountain Bike World Series Saalfelden Leogang hatte alles zu bieten: spektakuläre Short-Track-Rennen, schwierige Bedingungen, starke österreichische Auftritte und eine souveräne Downhill-Qualifikation der heimischen Hoffnungsträger.

Während Simon Andreassen nach einem dramatischen Krimi bei den Herren seinen ersten XCC-Weltcupsieg feierte und Sina Frei bei den Damen den Dreikampf mit Alessandra Keller und Jenny Rissveds für sich entschied, lösten Andreas Kolb und Valentina Höll in der Downhill-Qualifikation souverän ihre Tickets für die Finalentscheidungen. Bereits am Vormittag sorgte Katrin Embacher mit Rang drei im U23-Short-Track-Bewerb für ein rot-weiß-rotes Podium.

Es war ein Rennen, das alles hatte, was Mountainbike-Sport so spektakulär macht: technische Defekte, Stürze, taktische Manöver, permanente Führungswechsel – und eine Schlussrunde, in der sich die Ereignisse noch einmal überschlugen. Das XCC-Rennen der Elite-Herren beim WHOOP UCI Mountain Bike World Cup in Saalfelden Leogang wurde am Freitagabend zu einem echten Krimi. Am Ende jubelte der Däne Simon Andreassen über seinen ersten Weltcupsieg im Short Track.

Schon früh entwickelte sich das Rennen zu einem Ausscheidungskampf. Der Schweizer XCO-Weltcupführende Dario Lillo hatte bereits zu Beginn mit technischen Problemen zu kämpfen. 

Besonders dramatisch wurde es in der Schlussphase. Während rundherum immer wieder Fahrer durch Defekte, Fehler oder Stürze zurückgeworfen wurden, profitierte Andreassen und krönte ein spektakuläres Rennen mit seinem ersten XCC-Weltcupsieg: „Ich bin einfach happy. Das ist ein brutaler Sport, aber auf diesen Sieg bin ich richtig stolz“, sagte Andreassen nach dem Rennen. „Ich hatte keinen Plan – es ging nur ums Überleben. Zwei Runden vor Schluss habe ich gesehen, dass vielleicht noch etwas möglich ist. Ich habe mich auf Position fünf und sechs wohlgefühlt, dann meine Chance gesehen und bin vorbeigezogen.“

Auch die schwierigen Sichtverhältnisse spielten Andreassen am Ende in die Karten. „Ich habe kaum etwas gesehen und wollte einfach freie Sicht haben. Das war am Ende eine gute Entscheidung, nach vorne zu gehen“, so der Sieger.

Hinter Andreassen komplettierten Filippo Colombo (SUI) und Luca Martin (FRA) nach einem hochintensiven Rennen das Podium. Aus österreichischer Sicht belegte Max Foidl als bester Österreicher Rang 27.

Sina Frei entscheidet Dreikampf der Damen für sich

Vor dem turbulenten Herrenrennen entwickelte sich das XCC-Rennen der Elite-Damen zu einem hochklassigen Dreikampf an der Spitze. Sina Frei, Weltmeisterin Alessandra Keller und Europameisterin Jenny Rissveds bestimmten über weite Strecken das Geschehen und lieferten sich ein enges Duell um den Sieg.

Die Entscheidung fiel erst in der letzten Runde: Am finalen Anstieg setzte Frei zu einer entschlossenen Attacke an, konnte sich von Keller und Rissveds lösen und fuhr den Sieg ins Ziel. Nach ihrem Erfolg beim Saisonauftakt in Südkorea ist es für die Schweizerin bereits der zweite Short-Track-Saisonsieg.

„Ich bin super happy, dass ich das Leaderjersey mit zu meinem Heimweltcup nehmen kann. Ein riesiges Dankeschön heute in erster Linie an das Team, das bei diesen Bedingungen Außergewöhnliches geleistet hat“, sagte Frei im Ziel.

Für Teamkollegin und Freundin Laura Stigger verlief der Auftakt in Leogang dagegen enttäuschend. Die Tirolerin erwischte zunächst einen starken Start, fuhr zwei Runden lang in der Spitzengruppe mit und übernahm am ersten Anstieg sogar kurzzeitig die Führung. Danach fiel Stigger jedoch Runde für Runde zurück und beendete das Rennen auf Rang 19.

„Das war ein verdammt hartes Rennen. Ich bin zwar am Start gut weggekommen, danach aber überhaupt nicht ins Fahren gekommen. Es war ein brutaler Kampf. Es ist vor allem für die Fans schade, für die ich natürlich mehr zeigen wollte. Ich bin jetzt definitiv enttäuscht, aber für Sonntag und den Cross Country heißt es: Kopf hoch“, sagte die Athletin vom Team Specialized Factory Racing.

Auch für  Mona Mitterwallner verlief das Short-Track-Rennen als 24. nicht nach Wunsch.  Damit blieb der Auftakt aus österreichischer Sicht hinter den Erwartungen. Die  nächsten Chancen folgen jedoch bereits am Sonntag, wenn in Saalfelden Leogang  die Cross-Country Entscheidungen in der olympischen Disziplin auf dem Programm stehen.

Vali Höll: "Bei der Show dabei"

Erstmals im Anschluss an die Herren gingen am Freitag die Damen auf die Strecke – und fanden entsprechend schwierige Bedingungen vor. Regen, tiefer Boden und die zahlreichen Spuren aus den vorherigen Läufen machten den Kurs zu einer echten Herausforderung. Lokalmatadorin Höll löste diese Aufgabe mit einer kontrollierten Fahrt und klassierte sich auf Rang drei: „Ich bin mega konservativ gefahren, einfach nur runtergerollt. Die Strecke war heute aufgrund der Bedingungen schon ordentlich mitgenommen – aber es ist für alle gleich. Ich bin bei der Show dabei und das passt.“

Am besten kam Marine Cabirou mit den schwierigen Verhältnissen zurecht. Die französische WM-Bronzemedaillengewinnerin fuhr zur Bestzeit und setzte sich vor Anna Newkirk durch. Ganz fehlerfrei blieb aber auch Cabirou nicht: „Es war heute sicher nicht perfekt. Ich habe einige Fehler gemacht – was heute aber wahrscheinlich jeder passiert ist.“

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