Kitzbühel 2026: „Der wichtigste Sieg meines Lebens“
20.01.2026
„Sport und Talk Spezial“ aus Kitzbühel
Es gehört inzwischen schon zur Hahnenkamm-Tradition. Pünktlich am Montag vor der berühmtesten Rennwoche des FIS-Weltcups eröffnete der „Sport und Talk Spezial“ aus Kitzbühel auf ServusTV die legendäre Woche. Sympathisch, urig, gemütlich und kreativ – wie jedes Jahrs. G´schichten und G´sichter wie man sie einfach sehen mag.
„Das Wichtigste ist für mich ein Paar Frankfurter. Was in Wimbledon die Erdbeeren sind, sind bei uns die Frankfurter. Das ist Tradition seit 1928.“ gibt Michael Huber, Präsident des Kitzbühler Skiclub, Einblick über die traditionellen Frankfurter Würste. Kitzbühler für Anfänger quasi.
Lisi Schipflinger erzählt von ihrem Kiosk an der Strecke: „Toni Seiler hatte bei meiner Mama eine eigene Semmel. Einen Haufen Gurken, Polnische und Extrawurst. Giradelli hat immer einen Haufen Kaiserschmarrn gegessen. In den 80ern hat immer einer vor dem Start einen doppelten Schnaps getrunken. Gewonnen hat er nie. Ich weiß, wer es war, sage es aber nicht.“
Fritz Strobl bringt das Kitzbühel-Wochenende aus Athleten-Sicht auf den Punkt: „Wenn man die Ortstafel von hinten sieht, noch selbst am Steuer sitzen kann und eine Goldene Gams dabei hat ist das das schönste Gefühl.“
Der Sieg bei der Hahnenkammabfahrt 1999 zählt zu den größten Erfolgen in der Karriere von Hans Knauß. Dem aktuellen Fahrerfeld gibt er einen klaren Rat mit auf den Weg: „Locker bleiben – denn ein Streif-Sieg lässt sich nicht erzwingen“ und fügt hinzu „Es kann schon sein, dass es das Kitzbühel der Österreicher wird. Die Konkurrenz ist aber riesig. Du kannst die Streif aber nicht erzwingen. Die letzten fünf Prozent sind die Lockerheit. Ich bin hier nicht als Favorit hergekommen. Du musst locker rangehen, einfach eine gescheite Fahrt machen wollen. Kitzbühel war sicher der wichtigste Sieg meines Lebens. An dem Tag hat sich auch international was verändert. Du bist bis dahin fast untergegangen. Du wurdes anerkannt. Die Polizei hat mich am Tag danach aufgehalten wegen zu schnell fahren. Ich habe zwei Autogramme gegeben und bin weitergefahren.“ Und befragt nach dem optimalen Menü für Abfahrer meint der Steirer: „Wir haben Wurstsemmeln gegessen. Das hat auch funktioniert. Ich habe so viel Schweinsbraten gegessen, dass ich eine Gelenksentzündung bekam und fast die Gicht hatte. Dann bin ich bei einer „Ernährungstante“ gesessen, die hat mich gezügelt.“
Dominik Paris: „Es hat gut gepasst. Der Speed ist da. Das letzte Risiko brauche ich noch. Ein paar Kurven habe ich nicht perfekt getroffen, habe deshalb noch kein Podium.“
Daniel Hemetsberger erinnert sich an seinen Fast-Sturz in Kitzbühel im Vorjahr: „Das war einfach Glück. Ich bin mit dem Schnee auf dem Netz super gerutscht. Wenn mich das fängt, bin ich chancenlos. Mit mehr Kurven tun wir uns aktuell scheinbar leichter. In der Abfahrt können wir es auch. Es ist nicht so einfach. Beim Gleiten tu ich mir etwas schwerer. Da liegt ein bisschen unsere Schwäche. Wir müssen Gas geben. Immer hinterher zu fahren ist nicht so witzig. Wir können gut Skifahren. Woran es liegt, weiß ich aber nicht. Die Ergebnisse sind heuer wieder besser. Wir sind aber auch letztes Jahr schon gut gefahren. Wir haben es schon drauf.“
Franjo von Allmen über seinen ersten Auftritt in Kitzbühel: „In der allerersten Abfahrt war ich hier gut unterwegs. Das war unverständlich, weil jeder sagte, dass man Erfahrung braucht. Ich hoffe, dass ich bald ganz nach vorne fahren kann. Bis jetzt darf ich mich in Österreich nicht beklagen. Ich freue mich, hier starten zu dürfen.“
Hannes Reichelt gewann die Streif mit Rückenschmerzen: „Ins Krankenhaus kam ich mit der Annahme, dass es nicht so schlimm sein würde. Als ich dann keine Sportfreigabe bekommen habe, ist mein Sportlerleben zusammengebrochen. An meinem Höhepunkt hat es mich komplett runtergehaut. Dann habe ich aber auch erst gemerkt, was das alles ausgelöst hat, wie ich das in Kitzbühel mit Rückenproblemen gemacht habe.“

